Cupra Formentor2.0 TSI DSG 4Drive (190 PS): Die beste Art Formentor zu fahren?

Joshua Hildebrand

 · 06.04.2022

Cupra Formentor: 2.0 TSI DSG 4Drive (190 PS): Die beste Art Formentor zu fahren?Foto: Joshua Hildebrand

Der Cupra Formentor zählt zu den beliebtesten Leasingfahrzeugen Deutsch- lands. Grund genug für einen weiteren Test: Dieses Mal mit dem 190-PS-Zwischenmodell samt Allradantrieb

Die Silhouette kommt in der Mattlackierung „Magnetic Grau Matt“ am besten zur Geltung | Fotos Joshua Hildebrand, Anna Suchan

Mit 54.600 Einheiten stand der Formentor an der Spitze der verkauften Cupra-Modelle, was im Jahr 2021 fast 70 Prozent des Gesamtabsatzes der Marke ausmachte, Wahnsinn! Dementsprechend oft lässt sich das beliebte Modell inzwischen blicken – auf unseren Straßen und in GUTE FAHRT. Denn das Crossover-SUV gibt es in vielen Facetten: als klassischen Turbo-Benziner, als Diesel, als Plug-in-Hybrid, als Power-Modell (VZ) und sogar als limitierten Fünfzylinder. Da ist wahrlich für jeden etwas dabei. Jüngst verkündete Seats Sportmarke sogar den ersten Platz beim Leasing-Spiegel eines bekannten Online-Automarktes. Dabei soll er zumindest in jener Auswertung den Golf von Platz eins der beliebtesten Leasingfahrzeuge gestoßen haben – ein Golf-Schläger sozusagen.

Verlagssonderveröffentlichung

Wer auf einen Diesel und/oder auf 300 PS, jedoch nicht auf den äußerst nützlichen Allradantrieb verzichten kann, für den empfiehlt sich ganz klar das 190-PS-4Drive-Modell mit dem ordentlichen 2.0 TSI-Motor, der in leicht geänderter Fassung (u. a. andere Verdichtung) auch in den VZ-Topmodellen zum Einsatz kommt. Es handelt sich also um die etwas vernünftigere Version, deren Auftritt aber kaum unsportlicher wirkt. Allenfalls bei der Optik der Bremsanlage und der Heckschürze lassen sich Unterschiede feststellen. So verzichtet der 190-PS-Benziner auf sichtbare Abgas-Endrohre, welche erst ab der 245-PS-Version markant dargestellt werden. Das Meiste (außer der Brembo-Bremsanlage) lässt sich auch für das humanere Modell hinzuordern. Zum Beispiel das 15-fach verstellbare DCC-Fahrwerk (860 Euro), dass die Wandlungsfähigkeit des Cupra auf ein neues Level hebt. Jenes haben die VZ-Modelle bereits serienmäßig an Bord. Auf jeden Fall eine lohnende Investition.

Es muss kaum auf etwas verzichtet werden

Das sportlich-schicke Interieur begrüßt in Serie mit Komfortsitzen, welche mit verschiedenen Interieur-Paketen in einteilige Halbschalensitze umgemünzt werden können. In unserem Fall bringt das optionale Lederpaket in „Petrol Blau“ (1.715 Euro) ein edles Ambiente, da auch der obere Teil des abgenähten Armaturenträgers in jener Farbe ausgeführt ist. Das Cupra-Sportlenkrad liegt toll zur Hand, die sportlichere Ausführung samt Cupra-Taste ist allerdings den VZ-Modellen vorbehalten.

Die digitale Bedienlandschaft besteht hier aus einem 10-Zoll-Virtual Cockpit und einem optionalen 12 Zoll großen Infotainment, das für 785 Euro auch navigieren kann. Bei der Konnektivität lässt er keine Wünsche offen, dank „Cupra Connect“ ist er stets mit dem Internet verbunden.

Das 190-PS-Modell kommt ohne den Cupra-Fahrmodus und den ESC-Knopf in der Mittelkonsole aus. Auch damit markiert der Nicht-VZ den ausgeglicheneren Alltagsbegleiter, der nicht permanent „getreten“ werden muss. Das macht sich schließlich auch positiv im Verbrauch bemerkbar: Zwischen sieben und 8,5 Litern liegt der Verbrauch immer, der des 310-PS-VZ gut zwei Liter darüber.

Mix aus Fahrspaß und Effizienz

Und trotzdem profitiert man von einem klasse funktionierenden Vierradantrieb, der natürlich mehr Traktion bietet als ein reiner Fronttriebler. Dabei hilft auch die elektronische Differenzialsperre (EDS). Mehr Varianz beim Fahrverhalten bringt die serienmäßige Fahrprofilauswahl, auch wenn das Fahrverhalten tendenziell sportlich ausgelegt ist. Jedoch nur so stark, dass es stets alltagstauglich und angenehm bleibt. Gleiches gilt für die Progressiv-lenkung: Sie zeigt sich straff und vermittelt viel Kontrolle über das Fahrzeug.

Positiv: Da der 190-PS-Formentor keinen Cupra-Modus besitzt, dröhnt er auch nie so unangenehm in den Innenraum wie manche VZ-Modelle mit aktivierbarem Sound-Aktuator. Und dennoch bringt er mit seinen 320 Newtonmetern Drehmoment mehr Spaß als gedacht. Dass unser Testwagen gleichwohl ein paar Zehntel langsamer auf Tempo 100 beschleunigte als vom Hersteller angegeben, haben wir ihm an dieser Stelle verziehen. Weil letztlich das Gefühl entscheidet – und das war stets sehr positiv.


Test kompakt

Die 190-PS-Allrad-Version des Formentor bietet einen VZ-ähnlichen Fahrspaß bei geringeren Anschaffungs- und Unterhaltskosten. Darüber hinaus ist er aufgrund des fehlenden Cupra-Fahrmodus’ soundtechnisch weniger aufdringlich. Kurz: Dank der stimmigen Mischung aus Fahrspaß und Effizienz die vielleicht bessere Wahl für den Alltag.