Reportage: VW in Südafrika

Hoffnung am Kap

27.04.2015 Tim Westermann - Volkswagen kümmert sich im Umfeld seines Standortes im südafrikanischen Uitenhage um Kinder und Jugendliche aus den Townships
© Volkswagen
Nur einen Steinwurf weit entfernt vom Werk in Uitenhage etablierte sich der Ikhwezi Lomso Kindergarten

Townships nennt man in Südafrika die Gegenden, in denen die ärmeren Bevölkerungsschichten wohnen. Bretterbuden, Wellblechhütten oder einfache Verschläge – in diesen Verhältnissen wachsen Kinder auf, denen meistens eine Sache ein Leben lang verwehrt bleiben wird: Eine Chance, aus dieser misslichen Lage zu entkommen. Als führendes Unternehmen im Automobilsektor steuert Volkswagen einen konsequenten Hilfs-Kurs, um zumindest einigen Südafrikanern den Weg in eine bessere Welt zu ebnen. Neben Stipendien für besonders begab­te Jugendliche setzen die Programme der "Corporate Social Responsibility" (CSR) schon bei Kindergärten und Jugendzentren an.

Zum geschäftlichen Erfolg zählen für Volkswagen auch die sozialen Engagements. Sie sind ebenso Bestandteil der Strategie 2018 wie das Ziel, weltweit am meisten Autos zu verkaufen. In Südafrika verfolgen die Wolfsburger einen ganzheitlichen Ansatz, um die Gesellschafts­probleme zu lindern. Mit seinen "CSR-Programmen" setzt die Volkswagen Group of South Africa in erster Linie auf die Kinder. Denn sie sind die Zukunft des Landes. Neben fundierten Bildungsangeboten schon im Vorschulalter engagiert sich die Marke zudem besonders im Gesundheitsbereich.

Lernen fürs Leben

Nur einen Steinwurf weit entfernt vom Werk in Uitenhage etablierte sich der Ikhwezi Lomso Kindergarten. Das Community-Projekt wurde mit umgerechnet 450.000 Euro von Volkswagen mit initiiert und wird nun jährlich gefördert.

Dieser Kindergarten ist etwas Spezielles in der Region. "Neben normalen Angeboten für Kinder im Vorschulalter verleihen wir auch Spielzeug für zu Hause. Wir machen Leseübungen in Englisch, denn die Eltern wissen, dass diese Sprache für den weiteren Lebensweg mehr Chancen bietet", erklärt Dominic Swartz, Direktor der Schule. Jeder der in der Region wohnt, darf seine Kinder in den Ikhwezi Lomso Kindergarten schicken. 2014 wurden 96 Kinder auf die Schul-Laufbahn vorbereitet.

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Leuchtende Kinderaugen: Im Rahmen ihres Trainingslagers trainierten die Fußballstars des VfL Wolfsburg mit Jugendlichen

Ein weiteres Projekt ist das "Love-Life-Center". Im Gegensatz zu einem normalen Jugendzentrum in Deutschland gibt es bei der von Volkswagen unterstützten Einrichtung mitten im Township Kwanobuhle auch Beratungsmöglichkeiten für schwangere Jugendliche, Aufklärung zur Prävention gegen HIV oder Hilfe bei häuslicher Gewalt. Denn das sind mit die größten Probleme des Landes. Rund 30 Prozent der Bevölkerung Südafrikas sind 14 Jahre alt oder jünger. Nur fünf Prozent sind älter als 65. Damit gehört das Land am Kap zu den Schlusslichtern in der weltweiten Statistik.

"Gerade deshalb ist es richtig, massiv gegen diesen Trend anzusteuern. Das ist mehr als nur der Tropfen auf den heißen Stein. Jedes Leben, das in geordnete Bahnen gelenkt werden kann, ist ein gewonnenes Leben", bestätigt Matt Genrich, Kommunikationschef von Volkswagen in Südafrika.

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In Uitenhage werden auch exklusiv die Rechtslenker des Volkswagen Polo gefertigt

Ein Kind läuft am Strand entlang und wirft unzählige Seesterne zurück ins Wasser – und es liegen noch viel mehr dort. "Du wirst es nicht schaffen, alle Seester­ne zu retten. Also hör am besten gleich auf", sagt ein Erwachsener und fügt hinzu: "das ist es nicht wert." Das Kind wirft den Seestern ins Meer und antwortet: "Doch! Selbst dieser einzige, den ich in der Hand hatte, ist es wert." Diese Geschichte ist bekannt in Südaf­rika und gilt als Synonym für die aktuelle Situation der Gesellschaft. Aber wer weiß: Vielleicht schaffen es eines Tages auch Kinder aus dem Kindergarten Ikhwezi Lomso oder dem Township Kwanobuhle in die Stipen­dien-Programme von Volkswagen in Südafrika.
 

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ReportageSoziales EngagementAusgabe 4/2015

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