Seat Leon Sportstourer 1.5 eTSI – Lang gemachtFoto: Hardy Mutschler

Seat Leon Seat Leon Sportstourer 1.5 eTSI – Lang gemacht

Martin Santoro

 11/20/2020, Lesezeit: 6 Minuten

Ausgesprochen praktische Attribute für den feurigen Seat Leon gibt´s im neuen Sportstourer. Wie gut passt der 150-PS-Mild-Hybrid 1.5 eTSI dazu?

Die Fraktion der jungen Wilden im VW-Konzern versammelt sich seit Jahren unter dem Dach der spanischen Marke Seat. Im Falle des neuen Leon Sportstourer müssen sich jung, wild und Praktikabilität aber längst nicht ausschließen. Das geht im Segment der kompakten Lademeister auch gar nicht anders, die nutzwertige Bewältigung alltäglicher Transportanforderungen ist nun mal die Bestimmung eines Kombis. Hierbei nutzt der Sportstourer die MQB-Evo-Plattform des Modularen Querbaukastens aus dem Volkswagen-Konzern. Dadurch lässt sich ein charakteristisch-individuelles Äußeres gestalten – bei kostendämpfendem, vergleichsweise ähnlichem technischen Unterbau.

Mit der Durchreiche in der Rückbank lassen sich auch sperrige Güter gut transportierenFoto: Hardy Mutschler
Mit der Durchreiche in der Rückbank lassen sich auch sperrige Güter gut transportieren
Keckes Heck mit präsentem Dachspoiler und einem durchgehenden LED-Leuchtenband – das macht Eindruck und sieht gut ausFoto: Hardy Mutschler
Keckes Heck mit präsentem Dachspoiler und einem durchgehenden LED-Leuchtenband – das macht Eindruck und sieht gut aus
Bild 2Foto: Hardy Mutschler
Bild 3Foto: Hardy Mutschler
Im FR ist das schlüssellose Schließ-System „Kessy Advanced“ Serie, zu dem auch der Starter-Knopf zähltFoto: Hardy Mutschler
Im FR ist das schlüssellose Schließ-System „Kessy Advanced“ Serie, zu dem auch der Starter-Knopf zählt
Der digitale Instrumententräger bietet vielseitige Ansichten und ist in den Toplinien „Xcellence“ und „FR“ Teil der SerienausstattungFoto: Hardy Mutschler
Der digitale Instrumententräger bietet vielseitige Ansichten und ist in den Toplinien „Xcellence“ und „FR“ Teil der Serienausstattung
Als Mild-Hybrid kommt der Fünftürer generell mit dem schnell schaltenden, siebenstufigen Doppelkupplungs-Getriebe DSGFoto: Hardy Mutschler
Als Mild-Hybrid kommt der Fünftürer generell mit dem schnell schaltenden, siebenstufigen Doppelkupplungs-Getriebe DSG
Den neuen Leon zeichnet auch ein schwungvoller Schriftzug aus. Unterm Markenlogo verbirgt sich die Rückfahrkamera zu 268 EuroFoto: Hardy Mutschler
Den neuen Leon zeichnet auch ein schwungvoller Schriftzug aus. Unterm Markenlogo verbirgt sich die Rückfahrkamera zu 268 Euro
In der FR-Variante trägt der Kombi reichlich sportlich orientierten Zierrat, wie etwa Alublenden, die Endrohre andeutenFoto: Hardy Mutschler
In der FR-Variante trägt der Kombi reichlich sportlich orientierten Zierrat, wie etwa Alublenden, die Endrohre andeuten
Der 1,5-Liter eTSI gibt sich drehfreudig und stark, die elektrische Unterstützung fördert auch das Ansprechverhalten des 150 PS-MotorsFoto: Hardy Mutschler
Der 1,5-Liter eTSI gibt sich drehfreudig und stark, die elektrische Unterstützung fördert auch das Ansprechverhalten des 150 PS-Motors
LED-Technologie kommt beim FR in Serie, Voll-LED-Scheinwerfer samt dynamischer Leuchtweitenregulierung kosten 945 Euro extraFoto: Hardy Mutschler
LED-Technologie kommt beim FR in Serie, Voll-LED-Scheinwerfer samt dynamischer Leuchtweitenregulierung kosten 945 Euro extra
Die Fahrprofilauswahl ist beim FR immer dabei. Sie bietet fünf Modi, davon ein Programm mit individuellen EinstellmöglichkeitenFoto: Hardy Mutschler
Die Fahrprofilauswahl ist beim FR immer dabei. Sie bietet fünf Modi, davon ein Programm mit individuellen Einstellmöglichkeiten
Reichlich Bewegungsfreiheit und gehobenen Reisekomfort genießt man im Fond auf der straff gepolsterten und gut konturierten RückbankFoto: Hardy Mutschler
Reichlich Bewegungsfreiheit und gehobenen Reisekomfort genießt man im Fond auf der straff gepolsterten und gut konturierten Rückbank
Die bequemen Sport-Komfortsitze sind höhenverstellbar und unterstützen klasseFoto: Hardy Mutschler
Die bequemen Sport-Komfortsitze sind höhenverstellbar und unterstützen klasse
Wählt man Voll-LED-Scheinwerfer, erleuchtet ein spanischer Willkommensgruß das Vorfeld der vorderen TürenFoto: Hardy Mutschler
Wählt man Voll-LED-Scheinwerfer, erleuchtet ein spanischer Willkommensgruß das Vorfeld der vorderen Türen
FR-spezifisch sind etwa die Frontschürze mit größeren Nüstern sowie schwarz abgesetzte Elemente an Kühlergrill und AußenspiegelFoto: Hardy Mutschler
FR-spezifisch sind etwa die Frontschürze mit größeren Nüstern sowie schwarz abgesetzte Elemente an Kühlergrill und Außenspiegel
Große Luke mit niedriger Ladekante: Der kompakte Löwe unter den Kombis lässt sich klasse beladen und schluckt auch sperriges GutFoto: Hardy Mutschler
Große Luke mit niedriger Ladekante: Der kompakte Löwe unter den Kombis lässt sich klasse beladen und schluckt auch sperriges Gut
Ein kombinierter Starter-Generator erzeugt beim Bremsen Strom und unterstützt den TSI mit E-Boost. Zudem erlaubt das System Segeln mit ausgeschaltetem TSI-MotorFoto: Hardy Mutschler
Ein kombinierter Starter-Generator erzeugt beim Bremsen Strom und unterstützt den TSI mit E-Boost. Zudem erlaubt das System Segeln mit ausgeschaltetem TSI-Motor
Der neue Leon Sportstourer deckt gerade als Mild-Hybrid ein breites Spektrum aus Alltag, Komfort und Dynamik ab. Weil er auch noch richtig gut aussieht, ist sein Erfolg wohl FormsacheFoto: Hardy Mutschler
Der neue Leon Sportstourer deckt gerade als Mild-Hybrid ein breites Spektrum aus Alltag, Komfort und Dynamik ab. Weil er auch noch richtig gut aussieht, ist sein Erfolg wohl Formsache
Das zeitgemäße Cockpit-Design ist stylisch und kommt mit wenigen Tasten, dafür viel Display. Der frei stehende TFT-Bildschirm in 10,25 Zoll ist zum Fahrer geneigt. Eine Navigation steht für 721 Euro bereitFoto: Hardy Mutschler
Das zeitgemäße Cockpit-Design ist stylisch und kommt mit wenigen Tasten, dafür viel Display. Der frei stehende TFT-Bildschirm in 10,25 Zoll ist zum Fahrer geneigt. Eine Navigation steht für 721 Euro bereit
Stattliche Kapazität mit einem Meter Kofferraumbreite und über 1,80 Meter Laderaumlänge bei umgeklappter RückbankFoto: Hardy Mutschler
Stattliche Kapazität mit einem Meter Kofferraumbreite und über 1,80 Meter Laderaumlänge bei umgeklappter Rückbank
Seat Leon Sportstourer FR 1.5 eTSI DSGFoto: Hardy Mutschler
Seat Leon Sportstourer FR 1.5 eTSI DSG
LED-Rückleuchten sind Serie, dynamisiertes Blinklicht am Heck kommt mit den aufpreispflichtigen Voll-LED-ScheinwerfernFoto: Hardy Mutschler
LED-Rückleuchten sind Serie, dynamisiertes Blinklicht am Heck kommt mit den aufpreispflichtigen Voll-LED-Scheinwerfern
Mit der Durchreiche in der Rückbank lassen sich auch sperrige Güter gut transportierenFoto: Hardy Mutschler
Mit der Durchreiche in der Rückbank lassen sich auch sperrige Güter gut transportieren
Keckes Heck mit präsentem Dachspoiler und einem durchgehenden LED-Leuchtenband – das macht Eindruck und sieht gut ausFoto: Hardy Mutschler
Keckes Heck mit präsentem Dachspoiler und einem durchgehenden LED-Leuchtenband – das macht Eindruck und sieht gut aus
Keckes Heck mit präsentem Dachspoiler und einem durchgehenden LED-Leuchtenband – das macht Eindruck und sieht gut aus
Bild 2
Bild 3
Im FR ist das schlüssellose Schließ-System „Kessy Advanced“ Serie, zu dem auch der Starter-Knopf zählt
Der digitale Instrumententräger bietet vielseitige Ansichten und ist in den Toplinien „Xcellence“ und „FR“ Teil der Serienausstattung
Als Mild-Hybrid kommt der Fünftürer generell mit dem schnell schaltenden, siebenstufigen Doppelkupplungs-Getriebe DSG
Den neuen Leon zeichnet auch ein schwungvoller Schriftzug aus. Unterm Markenlogo verbirgt sich die Rückfahrkamera zu 268 Euro
In der FR-Variante trägt der Kombi reichlich sportlich orientierten Zierrat, wie etwa Alublenden, die Endrohre andeuten
Der 1,5-Liter eTSI gibt sich drehfreudig und stark, die elektrische Unterstützung fördert auch das Ansprechverhalten des 150 PS-Motors
LED-Technologie kommt beim FR in Serie, Voll-LED-Scheinwerfer samt dynamischer Leuchtweitenregulierung kosten 945 Euro extra
Die Fahrprofilauswahl ist beim FR immer dabei. Sie bietet fünf Modi, davon ein Programm mit individuellen Einstellmöglichkeiten
Reichlich Bewegungsfreiheit und gehobenen Reisekomfort genießt man im Fond auf der straff gepolsterten und gut konturierten Rückbank
Die bequemen Sport-Komfortsitze sind höhenverstellbar und unterstützen klasse
Wählt man Voll-LED-Scheinwerfer, erleuchtet ein spanischer Willkommensgruß das Vorfeld der vorderen Türen
FR-spezifisch sind etwa die Frontschürze mit größeren Nüstern sowie schwarz abgesetzte Elemente an Kühlergrill und Außenspiegel
Große Luke mit niedriger Ladekante: Der kompakte Löwe unter den Kombis lässt sich klasse beladen und schluckt auch sperriges Gut
Ein kombinierter Starter-Generator erzeugt beim Bremsen Strom und unterstützt den TSI mit E-Boost. Zudem erlaubt das System Segeln mit ausgeschaltetem TSI-Motor
Der neue Leon Sportstourer deckt gerade als Mild-Hybrid ein breites Spektrum aus Alltag, Komfort und Dynamik ab. Weil er auch noch richtig gut aussieht, ist sein Erfolg wohl Formsache
Das zeitgemäße Cockpit-Design ist stylisch und kommt mit wenigen Tasten, dafür viel Display. Der frei stehende TFT-Bildschirm in 10,25 Zoll ist zum Fahrer geneigt. Eine Navigation steht für 721 Euro bereit
Stattliche Kapazität mit einem Meter Kofferraumbreite und über 1,80 Meter Laderaumlänge bei umgeklappter Rückbank
Seat Leon Sportstourer FR 1.5 eTSI DSG
LED-Rückleuchten sind Serie, dynamisiertes Blinklicht am Heck kommt mit den aufpreispflichtigen Voll-LED-Scheinwerfern
Mit der Durchreiche in der Rückbank lassen sich auch sperrige Güter gut transportieren

Demnach kann sich der Leon auch aggregateseitig aus dem reichhaltigen MQB-Regal bedienen. Aus dem Angebot sticht besonders der ganz neue Mild-Hybrid hervor. Heißt in aller Kürze: elektrisch unterstützt, nicht aber elektrisch fahrend. Im eTSI mit 150 PS koppelt Seat einen 1,5-Liter-Benziner mit einem 48-Volt-Riemen-Startergenerator (RSG) und einer 48-Volt-Lithium-Ionen-Batterie. Das aus dem neuen Golf bekannte System soll den Kompaktkombi gegenüber Modellen mit herkömmlicher Verbrenner-Technik sparsamer machen. Weil der Riemen-Starter-Generator aber auch das Antriebsdrehmoment erhöht, also als Booster fungiert, soll der Mild-Hybrid (MHEV) nicht nur verbrauchsärmer, sondern auch agiler sein. Den zukunftsweisenden Motor hat GUTE FAHRT erfreulicherweise gleich im ersten Testwagen vorgefunden – als Seat Leon Sportstourer 1.5 eTSI FR, bestellbar ab 29.595 Euro.

Die FR-Line markiert die sportliche Speerspitze mit dem dynamischsten Leon-Look außen wie innen. Sie lockt obendrein mit üppiger Serienausstattung. Dazu zählen etwa 17-Zoll-Aluräder, rundum LED- Leuchttechnik, Digital-Cockpit, Motor-Startknopf sowie Fahrprofilauswahl und das Umfeldbeobachtungssystem „Front Assist“.

Das athletisch gestraffte Blechkleid in Desire Rot (897 Euro) betont das südländische Temperament des Seat. Nach Betrachten der schlanken Silhouette blicken wir interessiert auch aufs Datenblatt: Im Vergleich zum Vorgänger hat sich der Neuling um gut neun Zentimeter gestreckt, wovon fünf Zentimeter auf den jetzt längeren Radstand von knapp 2,70 Meter entfallen. Schnell stellt sich heraus, dass die nunmehr dritte Leon-Kombi-Generation nicht nur gut aussieht, sondern auch eine verbesserte Alltagstauglichkeit mitbringt. Bemerkbar macht sich das etwa beim Öffnen der stylisch angeschrägten Heckklappe, die einen stattlichen Laderaum freigibt: Mit gut nutzbaren 620 bis 1.600 Liter Volumen verdient sich der Pragmatiker auch unter anspruchsvollen Baumarkt-Kunden fleißig Pluspunkte. Den Vergleich mit seinem Vorgänger (587 bis 1470) entscheidet der Neue klar für sich. Nach Umlegen der asymmetrisch teilbaren Fondlehne wächst die Laderaumlänge auf über 1,80 Meter. Und: Unter dem klappbaren Laderaumboden verbirgt sich weiteres Stauvolumen.

Fond-Passagiere dürfen sich freuen

Im Fond freuen sich die Passagiere über einen bequemen Einstieg, großzügig bemessenen Beinraum sowie reichlich Abstand zum Dachhimmel. Normal gewachsene Staturen profitieren von der guten Schenkelauflage auf der angenehm straff gepolsterten Sitzbank.

In der ersten Reihe herrscht ebenfalls keine Platznot, man fühlt sich mindestens eine halbe Klasse großzügiger untergebracht. Das Cockpit erfreut mit sauber verarbeiteten Elementen, die Oberflächen bieten unterschiedliche Maserungen, die im Sichtbereich ansprechend weich geschäumt sind. Bei genauerer Betrachtung zeugen unterhalb der Kniehöhe jedoch recht einfache Verkleidungen aus Hartplastik von einer straffen Kostenplanung. Dieser dürfte auch die fehlende Gurthöhenanpassung zum Opfer gefallen sein.

Dennoch kommt durchgehend Wohlgefühl an Bord auf. Die klar und sachlich gestalteten Elemente haben Stil, wozu insbesondere die großen, neuen Displays einschließlich der digitalen Instrumente mit umfangreich wählbarer Grafik beitragen. Beim Umstieg auf den neuen Leon Sportstourer muss sich der Fahrer aber auf eine Eingewöhnungsphase einstellen. Die Schaltzentrale ist zwar aufgeräumt, bietet aber kaum noch physische Tasten mit klar zugewiesenen Funktionen. Soll beispielsweise das Fahrprofil von Sport auf Eco wechseln, sind mehrere Bedienschritte per Touchscreen einzuleiten. Bisher gab es dafür eine Taste – nur ein Beispiel für die komplexere Bedienung. Nach kurzer Eingewöhnung aber erschließt sich die Bedienlogik.

Jetzt also losfahren! Da der Leon Sportstourer hier in der Top-Line FR antritt, startet der Motor serienmäßig schlüssellos. Der einzige Mild-Hybrid im Aggregate-Programm baut auf dem gleichermaßen starken wie sparsamen 1.5 TSI mit ACT auf. Die Zylinderabschaltung knipst bei schwacher Last einfach zwei Zylinder aus, was ebenso Sprit spart, wie die eingangs erwähnte Mild-Hybridisierung. Der Vierzylinder legt indes agil los und bringt den Leon mit Unterstützung des RSG, der von einer 250-Wh-Batterie unterm Beifahrersitz versorgt wird, hurtig auf Tempo. Die 100 km/h-Marke fällt nach gemessenen 8,9 Sekunden. Rein subjektiv wirkt die Beschleunigung sogar vehementer, weil die 48-Volt-Technik vom Start weg Kraft beimischt. Zudem erreicht er klaglos eine Spitzengeschwindigkeit von 221 km/h. Der Turbobenziner bleibt dabei eher im Hintergrund, auch weil er seine Kraft konstant und gleichmäßig entfaltet.

Das E-Maschinchen hilft sprinten und sparen

Das maximale Drehmoment von 250 Nm liegt schon ab 1.500 Umdrehungen an und steht bis 3.500 Touren zur Verfügung. Beim eTSI stets an Bord ist das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, das nun über einen stark geschrumpften Wählknubbel nicht mehr mechanisch sondern elektronisch Shift-by-Wire bedient wird. Auf Befehle mit dem Gasfuß reagieren Motor und Getriebe beinahe ansatzlos, Zwischensprints bereiten richtig Freude. Doch der eTSI kann noch mehr, zum Beispiel Segeln mit ausgeschaltetem Motor. Im Schiebebetrieb sinkt die virtuelle Drehzahlnadel auf Null, der Leon rollt antriebs- und beinahe lautlos weiter. Das klappt sogar auf der Autobahn. Auch in der Stadt kann der Segelmodus beim Spritsparen helfen. Tempo baut der segelnde Leon nur sehr langsam ab, zumindest in der Ebene. Will man wieder beschleunigen, holen der Gasfuß des Piloten und der Generator den Vierzylinder verzögerungfrei zurück ins Leben. Beim Gleiten macht sich auch das nur im Drehzahlmesser bemerkbar, da das Getriebe im höchstmöglichen Gang bleibt. In einigen Situationen schaltet sich der Verbrenner aber auch selbstständig wieder dazu. Dann nämlich, wenn die vernetzte Bordtechnik mit Navi-Daten und Frontkamera Ortschaften, Vorausfahrende, Kreuzungen oder Tempolimits erkennt und die Rekuperation des 48-Volt-Systems nicht genug Bremsmoment aufbaut. Der selbstständige Wechsel in niedrige Gänge sorgt dann dafür, dass der Sportstourer zusätzlich an Tempo verliert. Bremsen ist unter Umständen also gar nicht nötig.

Es braucht ein wenig Eingewöhnung, den Fahrstil an die Fähigkeiten und Vorzüge der MHEV-Technik anzupassen. Allein schon deshalb, weil man so oft vom Gas gehen kann. Doch dann lässt es sich mit dem kompakten Kombi vortrefflich cruisen. Dabei kann der sanft elektrifizierte Spanier seinen Fahrer noch mehr unterstützen. Der im FR serienmäßige „Travel Assist“ lenkt, beschleunigt und bremst bis 210 km/h aktiv mit. Der Fahrer muss dazu aber die Hände am Steuer belassen.

Erstaunlich günstiger Verbrauch

Und was kommt unterm Strich raus? Auf der GUTE Fahrt-Verbrauchsrunde mit Autobahnanteilen beschränkte sich der Konsum auf erfreuliche 6,5 Liter. Bei gezügelter Fahrweise aber lassen sich problemlos Werte unter fünf Liter realisieren. Selbst flott gefahren blieb die zehn stets außer Sicht.

Und dynamische Fahreigenschaften gehören zur DNA von Seat. Auf kurviger Strecke macht sich die gute Balance aus Komfort und Dynamik bemerkbar. Mit aufpreispflichtigen 18-Zoll-Rädern (658 Euro) und Dynamik-Paket (795 Euro) inklusive Progressivlenkung und adaptiver Dämpfer lenkt der Leon präzise und spontan ein, hält stabil seinen Kurs und pfeilt dann dank guter Traktion wieder zügig auf die Gerade. Dabei federt er Unebenheiten recht komfortabel weg.

Guter Reisekomfort ist dem Leon Sportstourer 1.5 eTSI demnach ebenso zu attestieren, wie emotionaler Fahrspaß bei sparsamen Verbrauch. Kombiniert mit der hohen Variabilität eines kompakten Kombi übernimmt der innovative Mild-Hybrid-Seat die Rolle eines jungen Wilden mit Verstand.


Test kompakt:

Für den kompakten Leon Sportstourer ist erstmals ein Mild-Hybrid verfügbar. Die neue Antriebsform passt gut zum spanischen Lademeister, vereint sie doch ein erstaunlich hohes Maß an Sparsamkeit mit sportivem Punch. Der Sportstourer bietet in seiner neuen Generation noch mehr Nutzwert, ohne sportliche Tugenden aus dem Blick zu verlieren. Die Bedienung erfordert aber ein wenig Eingewöhnung.