Test Seat Leon Sportstourer 2.0 TDI DSG: Schloss mit Lustig

Test Seat Leon Sportstourer 2.0 TDI DSG: Schloss mit Lustig

Joshua Hildebrand 

1.10.2021, Lesezeit: 5 Minuten

Man nehme ein emotio­nales Design, einen sparsamen Antrieb und garniere moderne Technik drumherum – fertig ist der Seat Leon Sportstourer. Warum das Reisen vor allem mit dem 150 PS starken 2.0 TDI Freude bereitet, klärt unser Langstrecken-Test

Macht im Seat Leon Sportstourer total Sinn: Der moderne 2.0 TDI samt Twindosing zeigt, was Effizienz bedeutet
Macht im Seat Leon Sportstourer total Sinn: Der moderne 2.0 TDI samt Twindosing zeigt, was Effizienz bedeutet
Foto: Jan Bürgermeister
Seat Leon Sportstourer 2.0 TDI DSG
Seat Leon Sportstourer 2.0 TDI DSG
Foto: Jan Bürgermeister
Platz für Gepäck? Hat er reichlich! Und zwar 620 bis 1.600 Liter
Platz für Gepäck? Hat er reichlich! Und zwar 620 bis 1.600 Liter
Foto: Jan Bürgermeister
Die optionalen 18-Zoll-Räder namens „Performance I“ kosten 710 Euro Aufpreis
Die optionalen 18-Zoll-Räder namens „Performance I“ kosten 710 Euro Aufpreis
Foto: Jan Bürgermeister
Zur Serienausstattung zählen Sport-Komfortsitze vorn – sie sind vor allem bequem
Zur Serienausstattung zählen Sport-Komfortsitze vorn – sie sind vor allem bequem
Foto: Jan Bürgermeister
Das stylische Heck ist dank des dynamischen LED-Lichtbandes ein echter Hingucker
Das stylische Heck ist dank des dynamischen LED-Lichtbandes ein echter Hingucker
Foto: Jan Bürgermeister
Sensationell effizient: Der 2.0 TDI mit 150 PS genehmigte sich im Test nur rund fünf Liter
Sensationell effizient: Der 2.0 TDI mit 150 PS genehmigte sich im Test nur rund fünf Liter
Foto: Jan Bürgermeister
Der Fahrzeugcharakter lässt sich dank Fahrprofilauswahl nuanciert ändern
Der Fahrzeugcharakter lässt sich dank Fahrprofilauswahl nuanciert ändern
Foto: Jan Bürgermeister
Nein, kein Schreibfehler. Sondern Begrüßungslicht der spanischen Art
Nein, kein Schreibfehler. Sondern Begrüßungslicht der spanischen Art
Foto: Jan Bürgermeister
Das Multifunktionslenkrad hat viele Tasten, die zu Beginn Aufmerksamkeit erfordern
Das Multifunktionslenkrad hat viele Tasten, die zu Beginn Aufmerksamkeit erfordern
Foto: Jan Bürgermeister
Dank gewachsener Länge und größerem Radstand bietet die neue Leon-Sportstourer-Generation vor allem im Fond Platz fast ohne Ende
Dank gewachsener Länge und größerem Radstand bietet die neue Leon-Sportstourer-Generation vor allem im Fond Platz fast ohne Ende
Foto: Jan Bürgermeister
Der Federungskomfort wird mit dem DCCFahrwerk deutlich besser, das Lenkverhalten dank Progressivlenkung zudem feiner – im Dynamic-Paket kostet beides zusammen 910 Euro
Der Federungskomfort wird mit dem DCCFahrwerk deutlich besser, das Lenkverhalten dank Progressivlenkung zudem feiner – im Dynamic-Paket kostet beides zusammen 910 Euro
Foto: Jan Bürgermeister
LED-Scheinwerfer gibt‘s serienmäßig, Voll- LED mit einer noch höheren Leuchtkraft kostet 990 Euro extra
LED-Scheinwerfer gibt‘s serienmäßig, Voll- LED mit einer noch höheren Leuchtkraft kostet 990 Euro extra
Foto: Jan Bürgermeister
Modernes Seat-Cockpit, auf wenige klassische Tasten reduziert, mit Virtual Cockpit und 10-Zoll-Infotainment. Das Navi kostet extra, die Bedienung erklärt sich nicht von selbst
Modernes Seat-Cockpit, auf wenige klassische Tasten reduziert, mit Virtual Cockpit und 10-Zoll-Infotainment. Das Navi kostet extra, die Bedienung erklärt sich nicht von selbst
Foto: Jan Bürgermeister
Seat Leon Sportstourer 2.0 TDI DSG Xcellence
Seat Leon Sportstourer 2.0 TDI DSG Xcellence
Foto: Jan Bürgermeister
Macht im Seat Leon Sportstourer total Sinn: Der moderne 2.0 TDI samt Twindosing zeigt, was Effizienz bedeutet
Macht im Seat Leon Sportstourer total Sinn: Der moderne 2.0 TDI samt Twindosing zeigt, was Effizienz bedeutet
Foto: Jan Bürgermeister
Seat Leon Sportstourer 2.0 TDI DSG
Seat Leon Sportstourer 2.0 TDI DSG
Foto: Jan Bürgermeister
Seat Leon Sportstourer 2.0 TDI DSG
Platz für Gepäck? Hat er reichlich! Und zwar 620 bis 1.600 Liter
Die optionalen 18-Zoll-Räder namens „Performance I“ kosten 710 Euro Aufpreis
Zur Serienausstattung zählen Sport-Komfortsitze vorn – sie sind vor allem bequem
Das stylische Heck ist dank des dynamischen LED-Lichtbandes ein echter Hingucker
Sensationell effizient: Der 2.0 TDI mit 150 PS genehmigte sich im Test nur rund fünf Liter
Der Fahrzeugcharakter lässt sich dank Fahrprofilauswahl nuanciert ändern
Nein, kein Schreibfehler. Sondern Begrüßungslicht der spanischen Art
Das Multifunktionslenkrad hat viele Tasten, die zu Beginn Aufmerksamkeit erfordern
Dank gewachsener Länge und größerem Radstand bietet die neue Leon-Sportstourer-Generation vor allem im Fond Platz fast ohne Ende
Der Federungskomfort wird mit dem DCCFahrwerk deutlich besser, das Lenkverhalten dank Progressivlenkung zudem feiner – im Dynamic-Paket kostet beides zusammen 910 Euro
LED-Scheinwerfer gibt‘s serienmäßig, Voll- LED mit einer noch höheren Leuchtkraft kostet 990 Euro extra
Modernes Seat-Cockpit, auf wenige klassische Tasten reduziert, mit Virtual Cockpit und 10-Zoll-Infotainment. Das Navi kostet extra, die Bedienung erklärt sich nicht von selbst
Seat Leon Sportstourer 2.0 TDI DSG Xcellence
Macht im Seat Leon Sportstourer total Sinn: Der moderne 2.0 TDI samt Twindosing zeigt, was Effizienz bedeutet

Eure Hoheit, man reiche Ihnen die Landkarte … Papperlapapp: Wir nutzen natürlich lieber unser Seat-Navigationssystem. Denn heute fahren wir nach Hohenschwangau, genauer gesagt Schloss Neuschwanstein. Auch, weil wir für so einen Ausflug samt Kind und Kegel das perfekte Auto unterm Hintern haben: den Seat Leon Sportstourer. Dass er moderner und größer als sein Vorgängermodell ist, haben wir in der Vergangenheit bereits mehrfach angerissen. Aber nochmal zum Mitschreiben: 4,64 Meter mal 1,80 Meter mal 1,45 Meter (L x B x H) bei einem Radstand von 2,86 Metern machen ihn zu einem Überflieger im Kompaktsegment. Ja, der praktische Kombi besitzt ein umfassendes Verwöhn-Talent. Nutznießer des Wachstums sind die Mitfahrer, die im Fond bemerkenswert geräumig sitzen. Die Beinfreiheit reicht für überdurchschnittlich große Insassen, ebenso die Kopffreiheit. Eng wird es auch nicht fürs Gepäck: 620 bis 1.600 Liter sind ein sehr ordentlicher Wert! Optisch mag er sich grundlegend von seinen Konzern-Schwestermodellen abheben, innen aber lässt sich die Wolfsburger Verwandtschaft kaum leugnen – Golf-like gibt sich seine Bedien-Landschaft betont „touchy“. Weitgehend auf klassischen Tasten verzichten zu müssen, ist heutzutage der letzte Schrei und seit der neuen Leon- Generation auch ziemlich alternativlos geworden. Das merken wir vor allem, wenn wir uns durch das Infotainment tippen und sliden – eine neue Erfahrung für all jene, die vom Vorgängermodell kommen. Der Leon Sportstourer bietet in aktueller Ausführung mehr Konnektivität und Assistenz. Neben LED-Technologie für Scheinwerfer, Tagfahrlicht und Heckleuchten sowie Keyless Go, Umfeldbeobachtungssystem „Front Assist“, Müdigkeitserkennung und Spurhalteassistent ziehen mit der hier gezeigten „Xcellence“-Ausstattung noch 17-Zoll-Leichtmetallräder, das dynamische Heckleuchten-Band namens Infinite Light, das Smart Ambient Light im Innenraum (LED-Leuchtband unterhalb der Windschutzscheibe) und das Virtual Cockpit mit ein. Da wundert es fast schon, dass die Navigationsfunktion trotz fortschrittlicher Ausstattung weiterhin aufpreispflichtig ist und 760 Euro abverlangt.

Bist du noch ganz sauber?!

Ziel: Schloss Neuschwanstein. Macht vom Redaktionssitz in Karlsruhe gut 300 Kilometer, was für den Langstrecken-erprobten 2.0 TDI mit 150 PS keine große Herausforderung sein dürfte. Er ist die stärkere Ausbaustufe von insgesamt zwei verfügbaren Dieselaggregaten und fest an das 7-Gang-DSG-Getriebe gebunden. Nur die schwächere 115-PS-Version gibt es noch „ganz klassisch“ als 6-Gang-Schalter. Los geht‘s in genannter Ausstattung bei 34.150 Euro. Allrad macht 2.170 Euro extra. Am Rande sei erwähnt, dass es für den Leon auch viele weitere Antriebsmöglichkeiten, wie konventionelle TSI-Benziner, darüber hinaus als Mild- oder Plug-in-Hybrid, zu kaufen gibt. Nicht zu vergessen sei auch die Affinität der Spanier zum CNG-Antrieb und der verfügbare TGI mit 130 PS. Ob Sie heutzutage noch einen Diesel mit gutem Gewissen fahren können? Geschweige denn kaufen? Oh ja! Diesel-Fahrverbote sind dank stetig steigender Zulassungszahlen von Hybriden und E-Autos ohnehin kaum ein Thema mehr, zudem erfüllen die neuen TDI-Evo-Triebwerke aus dem VW-Regal die allerneuste Abgasnorm: EURO 6d-ISC-FCM (AP). Dafür ist jede Menge technischer Fortschritt nötig – und der befindet sich beim Sportstourer unter der Haube. So verfügt der Selbstzünder neben dem üblichen Oxikat und dem Dieselpartikelfilter über eine doppelte Abgasnachbehandlung, auch Twindosing genannt. Bestehend aus zwei hintereinander liegenden SCR-Kats und einer zweifachen AdBlue-Einspritzung aus einem separaten 16,3-Liter-Tank. Ein zweiter Tank beherbergt 45 Liter für den Kraftstoff, so dass eine Reichweite von 1.000 Kilometern mit etwas Rückenwind durchaus möglich sind. Im Test kamen wir jedenfalls zum Schloss Neuschwanstein und zurück und hatten noch immer gut 200 Kilometer Restreichweite – voll besetzt und voll gepackt wohlgemerkt. Und das, obwohl der Autor dieses Tests nicht als sparsamster Fahrer bekannt ist. Die kombinierte WLTP-Verbrauchsangabe von 4,6 Litern (konfigurationsspezifisch) wurde von uns dennoch nur um 0,6 Liter überboten. Die 5,2 pendelte sich bereits nach kurzer Autobahnfahrt ein und hielt sich bis zum Schloss, äh … Schluss.

Kein Antrieb bringt mehr Freiheit

Mit verantwortlich für diesen hervorragenden Wert ist das effizient arbeitende 7-Gang-DSG, dass selbst im Sport-Fahrmodus lieber eine Umdrehung zu früh hoch schaltet als zu spät. Flotte Überholmanöver fielen beim Verbrauch nicht schwer ins Gewicht, obwohl das potente Zweiliter-Aggregat mit 150 PS stets gut im Futter stand und alle von uns gestellten Aufgaben ordentlich abfeierte. Dank des früh bei 1.700 Touren anliegenden Maximal-Drehmoments von 360 Newtonmetern ist nicht nur eine subjektive Spritzigkeit vorhanden: Der Sprint auf Landstraßentempo gelingt in neun Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit von 217 km/h rundet die souveränen Fahrleistungen ab. Das Beste: Man kommt ohne Reichweiten-Angst oder Komforteinbußen von A nach B – muss man heutzutage ja auch mal erwähnen. Wer noch ein paar Euro auf der hohen Kante hat, der ordere auf jeden Fall das Dynamic-Paket für 910 Euro, das auch unser Testwagen besaß. Dann fährt es sich dank geschwindigkeitsabhängiger Progressivlenkung etwas knackiger und auch die Komfortqualitäten werden aufgrund der adaptiven Fahrwerksregelung DCC deutlich gesteigert. Darüber hinaus empfehlen wir für ein Plus an Sicherheit das Fahrassistenzpaket XL (950 Euro) mit Exit Assist, Lane Assist Plus, Fernlichtassistent, automatischer Distanzregelung ACC bis 210 km/h und Verkehrszeichenerkennung. Mit dem 2.0 TDI hat der Leon Sportstourer einen kongenialen Partner an Bord, der seine Qualitäten als langstreckenliebender Kombi mit viel Platz äußerst effizient unterstreicht. Oder wo kommt man für rund 60 Euro (1,37 Euro pro Liter Diesel) so weit? Sehen Sie … Und wer so günstig reisen kann, hat am Ende noch mehr Spaß gehabt. Deswegen war das heute wirklich: Schloss mit lustig!