V2 Sagitta - Überraschung im WindkanalFoto: Volkswagen

V2 Sagitta - Überraschung im Windkanal

10.5.2013, Lesezeit: 2 Minuten

Das Team der Volkswagen Forschung und Entwicklung staunte nicht schlecht. Beim V2 Sagitta von 1947 wurden im Wolfsburger Klimawindkanal ein cW-Wert von 0,217 und eine Stirnfläche von 2,10 m2 gemessen.

Foto: Volkswagen
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Zum Vergleich: Der neue Golf hat einen Luftwiderstandsbeiwert von 0,27 bei einer Stirnfläche von 2,19 m2. Der klassische Käfer kommt auf einen cW-Wert von 0,46 und 1,80 m2 Stirnfläche. Die tollen Werte des V2 Sagitta hätten seinen Konstrukteur Kurt C. Volkhart vielleicht gar nicht überrascht. Anfang der 1940er-Jahre hat der Rennfahrer und waghalsige Raketenauto-Pilot begonnen, windschnittige Sportversionen des Käfers zu entwickeln. Dabei hat er sich die Grundlagenuntersuchungen des legendären Aerodynamikers Reinhard Freiherr von Koenig-Fachsenfeld zunutze gemacht. Als einziges vollendetes Projekt ging der Sagitta mit einer leichten Aluminium-Karosserie auf einem Stahlrohr-Gitterrohrrahme aus der Arbeit hervor. In seinem Heck werkelte ein 1,1 Liter kleiner Volkswagen Boxermotor mit 24,5 PS. Dennoch waren rasante 140 km/h möglich, was vor allem dem strömungsgünstigen Aufbau zu verdanken war, der in Details der Karosse des Porsche 356 ähnelte. Der verschollen geglaubte V2 Sagitta tauchte erst vor kurzem während eines Concours d’Elegance in Österreich auf. Im Januar wurde er zur Messung nach Wolfsburg gebracht. Dort hat man auch die aerodynamische Wirksamkeit einzelner Maßnahmen wie etwa der Radhausverkleidungen untersucht. Entfernt man sie, verschlechtert sich der cW-Wert auf 0,252. Wenn hingegen die Scheibenwischer abmontiert werden oder ein kleiner Heckspoiler verwendet wird, verringert sich der cW-Wert auf 0,216.