Fahrbericht Audi Q2 – Der Eroberer

Wolfgang Schaeffer

 · 20.11.2020

Fahrbericht Audi Q2 – Der ErobererFoto: Audi

Eines steht fest – der Audi Q2 ist ein Eroberer. Jeder zweite Käufer der 2016 eingeführten Baureihe wurde von einer anderen Marke abgeworben

Mit weltweit 360.000 verkauften Einheiten in vier Jahren kann sich die Erfolgsgeschichte des Q2 sehen lassen. Die sportlich und kraftvoll gezeichnete Karosserie kommt bei den Kunden ebenso gut an wie der geräumige Innenraum. Jetzt haben Designer und Techniker Hand angelegt, um die erste Generation des kompakten SUV fit zu machen für die zweite Lebenshälfte. In die startet er zu Preisen ab etwa 25.000 Euro.

Schon bislang haben die Gestalter mit dem Motiv des Polygons (Vieleck) gespielt, der Front und den Flanken damit eine besondere Charakteristik verliehen. Dieses markante optische Merkmal findet sich nun am Heck ebenfalls wieder. Der Stoßfänger integriert einen Diffusoreinsatz mit großen, fünfeckigen Polygonen. Im Gesicht des Q2 treten die Flächen unter den Scheinwerfern jetzt deutlicher hervor. Zudem haben die Designer den achteckigen Singleframe etwas flacher gezeichnet. Zwei Maßnahmen, mit denen die Frontpartie kerniger und breiter wirkt.

Verlagssonderveröffentlichung
Wie von Audi gewohnt ist der Instrumententräger auch im Q2 übersichtlich und ergonomisch ausgerichtet
Foto: Audi

Erweiterte Serienausstattung

Mit der Modellpflege erweitert Audi die Serienausstattung unter anderem um LED-Scheinwerfer. Optional sind Matrix-LED-Scheinwerfer im Angebot. Bei den Rückleuchten können die Kunden zwischen zwei LED-Optionen wählen – ohne oder mit dynamischem Blinklicht. In der Basisversion des Q2 ist ein analoges Kombiinstrument sowie das MMI Radio Plus mit DAB+ verbaut. Auf Wunsch gibt es das Audi Virtual Cockpit mit 12,3 Zoll Diagonale und die MMI Navigation Plus mit einem 8,3-Zoll-Display. Als besonderes Highlight ist das Bang & Olufsen Premium Sound System mit 705 Watt Leistung und14 Lautsprechern als Sonderausstattung für knapp 800 Euro zu haben.

Platzmäßig ist alles beim Alten geblieben. So können selbst groß gewachsene Personen auf der Rückbank bequem sitzen, haben ausreichend Bein- und Kopffreiheit. Der Kofferraum fasst unverändert 405 Liter und lässt sich bis auf 1.050 Liter vergrößern, wenn die hinteren Lehnen umgeklappt werden. Wer es sportlich mag, der kann Sportsitze mit stark ausgeformten Seitenwangen ordern. Ebenfalls gegen Aufpreis sind ein höhenverstellbarer Beifahrersitz, eine Zweizonen-
Klimaautomatik oder eine Standheizung zu haben. Neu im Programm ist das Microfaser-Material Dinamica, das den Stoff Alcantara ablöst.

Generell führen die Ingolstädter anlässlich der Überarbeitung des Q2 eine veränderte Pakete-Strategie ein. Dabei greift die Marke mit den vier Ringen auf die Erfahrungen aus den Bestelleingängen der vergangenen Jahre zurück. Alle Pakete sind Audi zufolge so zusammengestellt, dass sie den Wünschen der Kunden entgegenkommen. Diese Strategie wird künftig auf alle Modellreihen ausgerollt.

Die Palette der Motoren umfasst drei Benziner und zwei Diesel. Die beiden Selbstzünder mit zwei Litern Hubraum leisten im 30 TDI 116 PS und 150 PS im 35 TDI. Gekoppelt sind die Triebwerke, bei denen die Twindosing-Technologie die NOx-Emissionen minimiert, mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe. Optional ist eine Siebengang-S-Tronic sowie für den stärken Diesel ein Quattro-Antrieb im Angebot. Bei den Benzinern haben die Kunden die Wahl zwischen dem Einliter-Dreizylinder 30 TFSI mit 110 PS, dem 35 TFSI, der aus 1,5 Litern Hubraum 150 PS generiert und dem Spitzenmodell 40 TFSI mit zwei Litern Hubraum und 190 PS. Während das Basisaggregat ausschließlich mit einem tadellos abgestimmten und leichtgängigen Schaltgetriebe und Frontantrieb angeboten wird, können die Kunden beim 35 TFSI sowohl S-Tronic als auch Quattro-Antrieb bestellen. Beides ist im Spitzenmodell serienmäßig verbaut.

Schon mit dem Einstiegsbenziner geht es recht flott voran. Gut, nur eine Person im Auto und kein Gepäck, da wird es dem Motor auch etwas leichter gemacht. Doch der Dreizylinder-Ottomotor arbeitet erstaunlich laufruhig und zieht für eine Maschine dieser Größenordnung durchaus kraftvoll durch.

Perfekter Allrounder: der 150-PS-TDI

Eine wirklich harmonische Verbindung bildet der Q2 mit dem 150 PS starken Diesel und S-Tronic. Die Übergänge zwischen den Fahrstufen sind weich und kaum zu spüren, aus den Kurven heraus geht es bei Bedarf mit mächtig Dampf nach vorn. Lediglich das Turboloch beim Antritt aus dem Stand stört ein wenig den ansonsten guten Gesamteindruck des Q2. Dazu tragen zudem die serienmäßige Progressivlenkung und das bestens abgestimmte Fahrwerk bei. Auf Wunsch liefert Audi ein Sportfahrwerk, das die Karosserie zehn Millimeter tiefer legt.

Das Programm an Rädern und Reifen beginnt mit den Formaten 16 Zoll und 205/60. Am oberen Ende stehen 19-Zöller. Die schmücken auch das Sondermodell „Edition One“, dem Audi außerdem unter anderem Matrix-Licht, Sportfahrwerk, Pedale und Fußstütze aus Edelstahl sowie mit schwarzem Kunstleder bezogene Sportsitze spendiert.