Fahrbericht Audi A3 & Q3/Q3 SB TFSIeStromzufuhr

Wolfgang Schaeffer

 · 22.01.2021

Fahrbericht Audi A3 & Q3/Q3 SB TFSIe: Stromzufuhr

Audi baut das Angebot an Plug- in-Hybrid-Modellen (PHEV) weiter aus. Beim A3 wurde die Reichweite verbessert sowie eine zweite Leistungsstufe eingeführt. Neu im Programm sind Q3 und Q3 Sportback

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Foto: Audi

Audi-Kunden können inzwischen aus einem reichhaltigen Plug-in-Hybrid-Portfolio wählen. Die PHEV-Palette, erkennbar an dem Kürzel TFSIe, umfasst jetzt die Baureihen A3, A6, A7 Sportback, A8, Q3, Q7 und Q8. Das Antriebskonzept der Modelle mit den zwei Herzen ist laut Audi auf hohe Effizienz und Rekuperationsleistung ausgelegt. Dies führe dazu, dass ein großer Teil der alltäglichen Strecken rein elektrisch und lokal emissionsfrei gefahren werden könne. Einer Studie des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur zufolge liegen 95 Prozent aller privaten Fahrten in Deutschland bei weniger als 50 Kilometer, 99 Prozent sogar unter der Marke von 100 Kilometern.

Konzipiert sind die PHEV-Modelle der Ingolstädter – ob mit quer oder längs eingebautem Motor – als Parallelhybride. Als Verbrennungsmotor dient immer ein Benzin-Aggregat. Als E-Maschine ist eine permanent erregte Synchronmaschine (PSM) im Einsatz. Bei den kompakten Modellen leitet eine Sechsgang S-tronic die Antriebskräfte auf die Vorderräder. In der Ober- und Luxusklasse, wo die Motoren längs eingebaut sind, arbeitet entweder eine Siebengang S S-Tronic oder eine Achtstufen- Tiptronic, der Quattro-Antrieb ist bei ihnen Serie. Die Lithium-Ionen-Batterie speichert je nach Modell zwischen 13,0 und 17,9 kWh (brutto/10,4 und 14,4 netto) Energie. Bei allen PHEV-Modellen mit den vier Ringen ist generell das System Audi Drive Select verbaut. Es stellt modellabhängig bis zu sieben Fahrprofile zur Wahl.

Weitere Fahrmodi verfügbar

Zudem lassen sich bei den Plug-in-Hybriden weitere Fahrmodi einstellen. Außer dem reinen E-Antrieb – bis Tempo 140 – gibt es den Modus „Auto Hybrid“. Dabei teilen sich der TFSI und der Elektromotor die

Arbeit mit höchstmöglicher Effizienz. Ist der Wagen mit einer relativ niedrigen Geschwindigkeit unterwegs, sorgt in erster Linie die E-Maschine für Vortrieb. Der TFSI-Motor übernimmt vorrangig die Arbeit bei höherem Tempo.

Häufig aber ist ein Zusammenspiel der beiden Antriebe die effektivste Art der Fortbewegung. Wird das vom System erkannt, wird im Modus „Auto Hybrid“ die jeweils notwendige Kraftquelle automatisch dazugeschaltet. Die E-Maschine unterstützt beispielsweise beim Beschleunigen oder dann, wenn eine hohe Lastanforderung besteht. Das haben wir während der ersten Testkilometer beim vollen Druck aufs Gaspedal überdeutlich gespürt. Die harmonische Zusammenarbeit der beiden Motoren sorgt für kraftvollen Boost. Beim Fahren mit konstanten Drehzahlen arbeitet der E-Motor phasenweise als Generator und verschiebt so den Lastpunkt des TFSI in Betriebsbereiche mit höherem Wirkungsgrad. Das alles drückt die Verbrauchwerte nach unten.

In den Hybrid-Modus haben die Entwickler außerdem zwei weitere Unter-Modi integriert. Wird über das MMI-Bediensystem auf dem Touchscreen „Battery Hold“ gewählt, hält die Batterie den aktuellen Ladezustand, um beispielsweise später in der Stadt rein elektrisch und damit vor Ort emissionsfrei unterwegs zu sein. Im Modus „Battery Charge“ werden quasi die Seiten gewechselt. Dann unterstützt der Benziner den E-Antrieb, lädt den Akku während der Fahrt. Um bei geladener Batterie so oft und lange wie möglich rein elektrisch zu fahren, reicht ein Druck auf die griffgünstig in der Mittelkonsole installierte EV-Taste.

Elektrische Reichweite deutlich vergrößert

Der A3 Sportback ist das Einstiegsmodell in die Plug-in-Hybrid-Welt von Audi. Im Vergleich zum Vorgänger,

der 2014 mit dem Namenszusatz E-Tron eingeführt worden war, haben die Entwickler die Reichweite im rein elektrischen Fahrbetrieb von ehemals 50 auf jetzt 78 Kilometer (NEFZ) deutlich vergrößert. Nach dem nun geltenden WLTP-Zyklus kommt der Wagen mit der Energie aus der neuen Lithium-Ionen-Batterie auf bis zu 67 Kilometer. Anders als bisher wird der Kompakte nun mit zwei unterschiedlichen Leistungsstufen angeboten. In beiden Versionen ist ein 1.4 TFSI verbaut. Der Vierzylinder-Benziner leistet 150 PS und gibt 250 Newtonmeter (Nm) Drehmoment ab. Der Elektromotor liefert 109 PS sowie 330 Nm Drehmoment. Das ergibt im 40 TFSIe eine Systemleistung von 204 PS und 350 Nm. Der neu ins Programm aufgenommene 45 TFSIe hingegen kommt auf 245 PS und 400 Nm. Den Kraftzuwachs haben die Audi-Ingenieure mit einem Eingriff in die Software erreicht. Im Alltag macht sich das mit einem etwas knackigeren Antritt bemerkbar. Die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 schafft der 45 in 6,8 Sekunden. Der 40 TFSIe benötigt 7,6 Sekunden. In der Höchstgeschwindigkeit liegt die Differenz bei fünf km/h. Die leistungsgestärkte Version kommt in der Spitze auf Tempo 232.

Im Gegenzug aber reduziert sich die elektrische Reichweite des A3 45 TFSIe im Vergleich zum schwächeren Modellbruder auf dem Papier um vier Kilometer. Der Akku speichert in beiden Varianten 13 kWh (10,4 kWh netto) Energie. Das sind fast 48 Prozent mehr als beim Vorgänger. Allerdings liegt die Ladeleistung bei lediglich 2,9 kW. Damit dauert es also fast sechs Stunden, bis die komplett leer gefahrene Batterie wieder die volle Energiemenge gespeichert hat. Knapp drei Stunden sind es, um auf 80 Prozent zu kommen. Serienmäßig zählen zwei Kabel zum Liefer- umfang. Zum einen ist das ein kompaktes Ladesystem mit Kabel für Haushalts- und Industriesteckdosen.

Außerdem gibt es ein Mode-3-Kabel mit Typ-2-Stecker für öffentliche Ladesäulen.

Wir waren mit dem A3 Sportback 40 TFSIe S-Tronic – so der komplette Name – unterwegs und hatten nach einer durchaus flott gefahrenen 50-Kilomter-Runde einen Benzinverbrauch von etwas mehr als drei Litern auf der Uhr. Etwas mehr als 16 Kilowattstunden hatte der Benzinmotor für seine Arbeit benötigt. Der Grundpreis für den A3 Sportback 40 TFSIe beträgt 38.440 Euro (19 Prozent Mehrwertsteuer), der 45 TFSIe kostet ab 41.440 Euro.

Neuer PHEV-Einstieg in die Q-Welt

Der elektrifizierte Einstieg in Audis Q-Welt beginnt jetzt mit der Baureihe des Q3. Technisch greifen die Techniker dabei auf das System zurück, das im A3 45 TFSIe zum Einsatz kommt. Die Leistung des E-Motors wurde jedoch im Vergleich zum A3 um fünf auf 116 PS erhöht. Auf die Systemleistung hat das allerdings keine Auswirkung. Der Standardsprint gelingt sowohl mit dem Q3 als auch mit dem Q3 Sportback in 7,6 Sekunden. In der Spitze schaffen beide Q3-Varianten 210 Kilometer pro Stunde. Im NEFZ-Zyklus verbrauchen sie 1,7 Liter. Die elektrische Reichweite gibt Audi mit jeweils 61 Kilometern an. Nach WLTP-Norm sind es 51 Kilometer beim Q3 45 TFSIe und 50 Kilometer beim Q3 Sportback 45 TFSIe. Geladen werden kann mit Wechselstrom (AC) und einer Leistung von 3,6 kW. Damit ergibt sich eine Ladezeit von etwas weniger als vier Stunden.

Serienmäßig stattet Audi beide Q3 Plug-in-Hybride mit 17-Zoll-Alurädern aus. Optional gibt es Räder bis zu 20 Zoll. Der Audi Q3 45 TFSIe kostet ab 46.000 Euro, der Q3 Sportback 45 TFSIe startet bei 47.400 Euro. Alle genannten Preise reduzieren sich noch um die Förderung in Höhe von 6.750 Euro.